F1 2011 Test

Meine Eindrücke zu Codemasters F1 2011 für die PlayStation 3 stellen sich wie folgt dar.

Grafik
Die Grafik rangiert auf einem sehr hohen Niveau. Es ist ein deutlicher Sprung in der Grafik zu dem Vorgänger F1 2010 bemerkbar. Außerdem scheint die Grafikengine nun auch mit Rennbedingungen in Monaco zurechtzukommen. Allerdings könnte die Grafik noch besser sein; die XBox-Version des Spiels sowie das ebenfalls von Codemasters entwickelte Dirt 3 zeigt, das mehr möglich gewesen wäre.
Für die Grafik vergebe ich 4 von 5 Sternen.

Künstliche Intelligenz
Die künstliche Intelligenz im Karrieremodus reagiert sehr gut auf persönliche Unzulänglichkeiten. Auch fährt die KI nicht nur ihre Runden. Genauso wie gegen den menschlichen Gegner fährt die KI Kampflinie, lässt aber allen Gegnern (auch der KI) noch genügend Raum zum Manövrieren. Eine KI kann natürlich niemals das Fahrvermögen eines Menschen zu 100% widerspiegeln, aber: ab dem "Fortgeschrittenen"-Modus wirkt die KI besser, als in anderen Rennsimulatoren (z.B. GT5). Grobe Patzer habe ich bisher nicht feststellen können.
Hierfür vergebe ich also 5 von 5 Sternen.

Simulation
F1 2011 ist keine Simulation. Das Spiel ist ein schöner Mix zwischen Arcade und Simulation, wobei der Simulationsfaktor stark überwiegt. So merkt man bei "Feindberührungen", dass - auch bei vollem Schadensmodell - die wichtigen Teile an den Karosserien halten bleiben. Ja, das ist nicht realistisch. Nein, man vermisst diesen Realismus aber auch nicht. So resultiert aus einem leichten Fehler nicht das Rennende. Aber die Rambotaktik funktioniert eben auch nicht. Die Setups sind nicht auf die 100stel Werte einzustellen, aber wer möchte das an der PlayStation 3 schon? Wichtig ist der Fahrspaß auf der Strecke - und dieser ist gigantisch. Im Testmodus fahre ich gegen meinen eigenen Ghost und kann pro Runde besser werden - oder auch schlechter, wenn ich die Ideallinie verpasse. Im Karrieremodus muss ich

  • gegen die KI bestehen, 
  • meine Ziele erreichen und
  • im Rennbetrieb die nötige Ruhe wahren, um das Rennen erfolgreich zu Ende zu fahren.

Für die Simulation gebe ich 5 von 5 Sternen.

Steuerung
Die Steuerung per Lenkrad mit Standardwerten ist sehr vorbildlich. Man kann zwar sämtliche Parameter der Lenkradsteuerung noch anpassen (neben freier Funktionsvergabe der Knöpfe), allerdings ist der Standard sehr gut.

Multiplayer
Der Multiplayer ist im Vergleich zu anderen Rennspielen phänomenal.
  • Im Koop-Modus (nur zu zweit und nur online möglich) spielt man mit einem Freund gegen die KI. Man fährt für dasselbe Team und muss sich innerhalb des Teams unterstützen. Am Ende der Saison sollte man nicht nur selbst ganz oben stehen, sondern auch das Team. Das macht Spaß und ist extrem fordernd.
  • Im Splitscreen-Modus spielt man 1-19 Rennen nacheinander an einer PS3 - wenn gewollt sogar gegen die KI. Wahlweise spielt man mit zwei Controllern, zwei Lenkrädern oder gemischt. Der Modus ist witzig und macht Spaß, allerdings verkommt das Spiel dann wirklich zu einem Arcade-Spiel. Aber: für die fünf Minuten zwischendurch ist das Ganze sehr geeignet. Denn jeder kann in diesem Modus gewinnen.
  • Zu guter Letzt gibt es noch den Online-Modus. Dieser ist mit 15 menschlichen Kontrahenten und wahlweise mit KI spielbar. Einstellbar sind Strecken, erlaubte Hilfen, Regeln sowie Umfang der Rennen. Entweder man wählt ein kurzes Rennwochenende, welches eine Trainings-, eine Qualifyingphase und das Rennen beinhaltet. Oder ein langes Rennwochenende, welches mit allen Trainingseinheiten, dem 3fach-Qualifying und dem Rennen aufwartet. Oder aber man startet nur ein Rennen. Wählbar ist eine Rennlänge von 1 Runde, 3 Runden, 20%, 50% oder 100%.

Für den Multiplayermodus gebe ich 5 von 5 Sternen.

Kritikpunkte
Was ist beim Testen negativ aufgefallen? Beim Multiplayer fällt negativ auf, dass die KI teilweise zu hoch bewertet wird (ohne erkennbaren Grund). So kann es geschehen, dass man von der Pole weg von einer Bestzeit zur nächsten rast, nach dem Boxenstop dann als zweiter auf die Strecke kommt und bis zum Schluss hinter dem Führenden - zumindest in der Rangliste - herfährt (obwohl dieser auch noch an die Box müsste). Klar: Am Rennende steht man dann auf Platz 1. Bis dahin muss man aber Hoffen und Bangen, dass der Computer nicht "vergisst", dass per Reglement Reifenwechsel vorgeschrieben sind. Desweiteren erhält man ab und an Strafen in Situationen, die unumgehbar waren. Klar, diese Situationen treten nicht häufig auf. Und es spornt an, auf Pole zu stehen, da dort die Gefahr einer Kollision mit der KI gering bis gar nicht gegeben ist.
Was auch nervig ist, sind die Cheater, die anscheinend herausgefunden haben, wie man in den Rennen unrealistische Zeiten fahren kann. Hier muss Codemasters noch nachbessern. Oder aber man fährt nur mit vertrauenswürdigen Individuen, die über derartigen Manipulationen stehen.

Fazit
Ich kann für die PlayStation 3 Version von F1 2011 insgesamt nur eine gute Note vergeben. Natürlich gibt es immer etwas zu verbessern. Allerdings sehe ich derzeit keinen ernstzunehmenden Konkurrenten. GT5: meines Erachtens zu steril und im Multiplayer leider nicht annähernd so umfangreich. Dirt3: zu sehr Arcade und ebenfalls im Multiplayer nicht sehr umfangreich. NFS Shift2: meines Erachtens auch zu Arcade-lastig - außerdem kommt die Steuerung mit Lenkrad (trotz Anpassung) bei weitem nicht an F1 2011 heran (wobei F1 2011 natürlich hier GT5 unterlegen ist).

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